Die Stephenson-Technik
Die Stephenson-Methode, die auch unter dem Namen Creative Healing bekannt ist, wurde vom Engländer Joseph Bestford Stephenson (1874 – 1956) aufgeschrieben und gelebt. Schon als Kind besaß er ein reges Interesse daran, anderen zu helfen. Mit 36 Jahren wanderte der Bergmann in die USA nach Pennsylvania aus und behandelte in seiner Freizeit mit seiner Creative Healing Methode. Im Alter von 49 Jahren widmete er schließlich seine ganze Zeit dem Heilen; 1929 begann Joseph B. Stephenson damit, andere in Creative Healing zu unterrichten, womit sich die Stephenson-Methode verbreitete. Heute binden eine Vielzahl von Ärzten und Heilpraktikern und Therapeuten Creative Healing in ihre Behandlungen mit ein.
Die in London praktizierende Gynäkologin Dr. Marie Gowri Motha und meine geschätzte Lehrerin für die Stephenson-Technik lernte Creative Healing in den achtziger Jahren in Indien kennen und ließ sich daraufhin in USA zur Mastertrainerin für Europa ausbilden. Dr. Motha hat in ihrem Buch „Gentle Birth Method“ ein 40-Wochen-Programm entwickelt und bindet Creative Healing als integralen Bestandteil in ihre Schwangeren-Betreuung mit ein, was für die Schwangeren einfachere und kürzere Geburten bedeutet.
Im deutschsprachigen Raum ist die Behandlungssequenz der Fruchtbarkeitsmassage dank deutscher Literatur von Birgit Zart am bekanntesten.
Bei der Stephenson-Technik handelt es sich um eine spezielle Art der ganzheitlichen Massage-Therapie, wobei mit reinem Olivenöl gearbeitet wird, dem – je nach Behandler – auch aromatherapeutische Öle beigemischt sein können.
Das "Kreative" an der Stephenson-Technik
Laut Joseph B. Stephensons Aussage kann jeder, „der willige Hände und ein gutes Herz hat“, die Methode von einem erfahrenen Therapeuten erlernen.
Der Behandler visualisiert beim Arbeiten die Strukturen, Gewebe und Organe sowie deren Drainage, Reinigung und Reponierung.
Die Methode basiert auf folgenden Grundprinzipien:
1. Wichtig ist, dass der Körper auf eine gleichmäßige, gesunde Temperatur gebracht wird.
2. Mit der Hohlhand visualsiert der Behandler ein Vakuum für die Drainage der Schlacken.
3. Durch leichtes Kreisen der Fingerspitzen werden die Kongestionen aufgelöst und die so gelösten Stoffwechselschlacken über den Lymphweg abtransportiert; auch Leber- und Nierentätigkeit werden angeregt, um die Ausleitung der Schlacken zu fördern.
4. Das vierte Prinzip ist die sanfte und dennoch konsequente Ausrichtung / Reponierung von Strukturen, Geweben und Organen.
Der Ablauf einer Sitzung und die Indikationen
Der eigentlichen Behandlung wird das „General Treatment“, die Grundbehandlung vorangestellt. Hierbei handelt es sich um eine Massage des oberen Rückens; diese wirkt lockernd, klärend und lymphanregend. Daran anschließend wird je nach Symptomatik gearbeitet.
Die Methode des Creative Healing findet unter anderem Anwendung bei folgende Beschwerdebildern:
* Atmung: Lunge, Asthma, Bronchitis
* Bewegungsapparat: Muskelverspannungen, Gelenkbeschwerden, Rückenschmerzen, Ischias
* Herz/Kreislauf und Gefäße: Herzbeschwerden, Bluthochdruck, Krampfadern
* Endokrinum: Schilddrüse, Bauchspeicheldrüse, Eierstöcke, Eileiter, Gebärmutter, bei Zyklusunregelmäßigkeiten, Unfruchtbarkeit
* Neurologie: Epilepsie, Parkinson, Lähmungen
* Verdauungsapparat: Geschwüre, Verstopfung, Hämorrhoiden
* Ausscheidung: Leber, Niere, Blase
Des Weiteren hat Stephenson auch Behandlungs-Schemata bei Kehlkopf- und Nebenhöhlenbeschwerden, Gehöranomalien, bei schlechten Leberwerten sowie bei Blasenschwäche, Inkontinenz und Prostatabeschwerden entwickelt.
Die Massage-Einheit selbst dauert zwischen 45 bis 90 Minuten und sollte – je nach Symptombild - bei gynäkologischer Indikation in wöchentlichem Abstand, zur Fruchtbarkeitssteigerung zyklusabhängig und zur Harmonisierung der Schilddrüse in vierwöchigem Abstand durchgeführt werden.




